Offene Öffis
ÖV-Apps & Routenplaner Österreich: Scotty, WienMobil & Co.
Welche App für Österreichs Öffis? ÖBB Scotty, WienMobil, AnachB und quelloffene Werkzeuge wie OpenTripPlanner im Vergleich — alle auf offenen Fahrplandaten.
Wer in Österreich mit Bus, Bahn oder Straßenbahn unterwegs ist, greift dafür fast immer zu einer App. Hinter den vielen verfügbaren Programmen, Routenplanern und Abfahrtsmonitoren steht jedoch oft dieselbe Datengrundlage: die offenen Fahrplandaten der Verkehrsverbünde, der ÖBB und der Wiener Linien. Erst diese Öffnung hat es möglich gemacht, dass neben den offiziellen Betreiber-Apps auch quelloffene Werkzeuge und globale Kartendienste österreichische Fahrpläne anzeigen können.
Diese Seite ordnet das Angebot. Sie unterscheidet drei Familien von Anwendungen, stellt die wichtigsten offiziellen Apps und quelloffenen Werkzeuge vor und gibt eine ehrliche Orientierung, welches Programm sich für welchen Zweck eignet. Wer selbst etwas bauen möchte, findet am Ende den Weg zu den zugrunde liegenden Daten.
Wie man in Österreich öffentlich navigiert
Für die Fahrt mit dem öffentlichen Verkehr in Österreich stehen grob drei Familien von Anwendungen zur Verfügung, die sich in Herkunft, Datenbasis und Zielgruppe deutlich unterscheiden. Wer die Unterschiede kennt, wählt schneller das passende Werkzeug.
Die erste Familie sind die offiziellen Apps der Verkehrsbetreiber. Sie stammen direkt von ÖBB, Wiener Linien oder den regionalen Verbünden, bündeln Fahrplanauskunft, Ticketkauf und oft Echtzeitinformationen und sind die naheliegende Wahl für den Alltag. Ihr Vorteil liegt in der engen Verzahnung mit dem jeweiligen Betrieb: Wer ein Ticket kaufen oder eine verbindliche Verspätungsmeldung sehen will, ist hier am besten aufgehoben.
Die zweite Familie sind quelloffene Werkzeuge und Bibliotheken. Sie richten sich weniger an den Endkunden am Bahnsteig als an Entwickler, Tüftler und Projekte, die eigene Dienste aufsetzen wollen. Dazu zählen Routing-Server, Daten-Aggregatoren und kleine Abfahrtsmonitore, deren Quellcode offenliegt und die sich anpassen oder selbst betreiben lassen.
Die dritte Familie sind die globalen Kartendienste wie Google Maps und Apple Maps. Sie sind keine ÖV-Spezialisten, lesen aber die offenen GTFS-Fahrplandaten ein und zeigen daher auch österreichische Verbindungen an. Ihr Reiz liegt in der Vertrautheit und der multimodalen Verknüpfung von Gehen, Radfahren, Auto und öffentlichem Verkehr in einer einzigen Oberfläche.
Die Grenzen zwischen den drei Familien sind dabei nicht starr. Eine offizielle Betreiber-App kann im Hintergrund auf dieselben offenen Daten zugreifen, die auch ein quelloffenes Werkzeug nutzt, und ein globaler Kartendienst speist sich teils aus den nämlichen GTFS-Feeds. Was die Familien unterscheidet, ist weniger die Datenbasis als der Zweck: verbindliche Auskunft samt Ticket, anpassbare Offenheit oder bequeme Allzweck-Navigation. Die folgenden Abschnitte gehen die drei Familien der Reihe nach durch.
Offizielle Apps der Betreiber
Die offiziellen Apps sind für die meisten Fahrgäste der Ausgangspunkt. Sie kommen direkt von den Betreibern, verbinden Auskunft mit Ticketverkauf und greifen auf die internen Echtzeitsysteme zu. Drei Anwendungen decken zusammen den Großteil des Landes ab.
ÖBB Scotty ist der offizielle österreichweite Routenplaner. Er stammt von der ÖBB, bezieht aber die Fahrpläne aller Verkehrsbetreiber ein und berechnet deshalb durchgehende Verbindungen über Verbund- und Bundeslandgrenzen hinweg, samt Echtzeitlage, wo sie vorliegt. Für eine Reise vom Land in die Stadt oder quer durch Österreich ist Scotty die naheliegende Auskunft, weil er nicht an einer Region endet, sondern den Gesamtfahrplan im Blick hat.
WienMobil ist die integrierte App für den Wiener Stadtverkehr. Sie verbindet Fahrplanauskunft mit dem Ticketkauf, zeigt die Echtzeitlage der Wiener Linien und bindet Sharing-Angebote wie Leihräder und Carsharing in die Routenplanung ein. Wer überwiegend in Wien unterwegs ist, findet hier Auskunft, Ticket und multimodale Optionen in einer Anwendung gebündelt.
VOR AnachB deckt die Ostregion ab. Die App des Verkehrsverbunds Ost-Region berechnet Tür-zu-Tür-Verbindungen für Wien, Niederösterreich und das Burgenland und stützt sich dabei auf den Verkehrsauskunftsdienst Österreich (VAO). Auch hier fließt die Echtzeitlage ein. Für Pendlerwege innerhalb der Ostregion, etwa zwischen niederösterreichischen Gemeinden und Wien, liefert AnachB eine auf das Gebiet zugeschnittene Auskunft, die auch den Übergang von Regionalbahn auf städtische Linien sauber abbildet.
Die drei Apps überschneiden sich teilweise, ergänzen sich aber gut: ein landesweiter Planer, eine Stadt-App mit Ticket und eine regionale Tür-zu-Tür-Auskunft. In der Praxis greifen viele Fahrgäste zu mehr als einer davon — Scotty für die seltene Fernreise, die regionale App für den täglichen Weg. Dass alle drei auf denselben offenen Fahrplangrundlagen aufsetzen und sich nur in Zuschnitt und Zusatzfunktionen unterscheiden, macht den Wechsel zwischen ihnen unkompliziert: Eine in Scotty gefundene Verbindung lässt sich in der regionalen App ohne Bruch wiederfinden.
Quelloffene Werkzeuge und Bibliotheken
Neben den Betreiber-Apps existiert eine zweite Welt aus quelloffenen Werkzeugen. Ihr Quellcode liegt offen, sie lassen sich anpassen und selbst betreiben, und sie setzen auf denselben offenen Fahrplandaten auf. Drei Vertreter zeigen die Bandbreite.
OpenTripPlanner
OpenTripPlanner ist ein quelloffener, multimodaler Routing-Server. Er nimmt GTFS-Soll-Fahrpläne und OpenStreetMap-Geodaten entgegen und berechnet daraus Verbindungen, die öffentlichen Verkehr mit Fußwegen und Radfahren kombinieren. Wer einen eigenen Routenplaner für ein Gebiet oder ganz Österreich aufsetzen möchte, findet in OpenTripPlanner eine erprobte Grundlage. Das Projekt wird international eingesetzt und ist gut dokumentiert; mit den offenen österreichischen GTFS-Daten lässt sich damit ein vollwertiger Verbindungsplaner betreiben. Für Echtzeitanzeigen verarbeitet die Software zusätzlich GTFS-RT, sofern für das Gebiet ein offener Feed existiert.
Transitous
Transitous ist ein gemeinschaftlich betriebener, freier GTFS-Aggregator. Das Projekt sammelt offene Fahrplandaten aus vielen Ländern an einer Stelle und stellt darauf eine quelloffene Routing-Schnittstelle bereit. Auch österreichische GTFS-Feeds fließen ein, sodass sich Verbindungen über Transitous abfragen lassen, ohne selbst Daten einsammeln und einen Server pflegen zu müssen. Der gemeinschaftliche Ansatz macht Transitous besonders für grenzüberschreitende Anwendungen interessant, weil mehrere nationale Bestände unter einem Dach zusammenkommen.
oeffimonitor
oeffimonitor ist ein Abfahrtsmonitor des Wiener Metalab. Er zeigt die nächsten Abfahrten der Wiener Linien an nahegelegenen Stationen und nutzt dafür die offene Echtzeit der Wiener Linien. Das Werkzeug ist bewusst schlank und richtet sich an alle, die eine übersichtliche Live-Tafel etwa im Eingangsbereich, am Arbeitsplatz oder zu Hause aufstellen möchten. Weil der Code offenliegt, lässt er sich an eigene Bedürfnisse anpassen und selbst hosten. oeffimonitor zeigt anschaulich, was die offene Echtzeit der Wiener Linien praktisch ermöglicht: eine verlässliche Abfahrtstafel ohne Bindung an eine bestimmte Hersteller-App.
Welche App für welchen Zweck
Die Auswahl wirkt zunächst unübersichtlich, lässt sich aber an wenigen Nutzungsmustern festmachen. Entscheidend ist weniger die Zahl der Funktionen als die Frage, wo und wie jemand fährt.
Für Pendler auf einer festen Strecke zählt vor allem verlässliche Echtzeit auf dem eigenen Weg. Hier lohnt die regionale Betreiber-App, die das gefahrene Gebiet am genauesten abdeckt: in der Ostregion AnachB, in Wien WienMobil. Sie zeigen Verspätungen und Ausfälle direkt aus den Systemen der Betreiber und erlauben in Wien zudem den Ticketkauf in derselben Anwendung.
Für österreichweit Reisende, die über Verbund- und Landesgrenzen hinweg unterwegs sind, ist ÖBB Scotty die naheliegende Wahl. Er kennt den Gesamtfahrplan und berechnet durchgehende Verbindungen, ohne dass man mehrere regionale Apps kombinieren muss. Für die seltenere, aber komplexe Fernreise ist das ein klarer Vorteil gegenüber den auf eine Region zugeschnittenen Anwendungen.
Für Entwickler, die einen eigenen Dienst aufsetzen wollen, führen OpenTripPlanner und Transitous weiter. OpenTripPlanner eignet sich, wenn ein selbst betriebener Routing-Server gewünscht ist und die volle Kontrolle über Datenstand und Konfiguration zählt. Transitous ist die schlankere Wahl, wenn eine fertige, gemeinschaftlich gepflegte Routing-Schnittstelle genügt. Für Tüftler und Self-Hosting-Freunde schließlich ist oeffimonitor ein dankbares Projekt: überschaubar, anpassbar und ein guter Einstieg in die praktische Arbeit mit der offenen Echtzeit. Eine pauschal beste App gibt es nicht; die passende ergibt sich aus Strecke, Region und der Frage, ob man fertige Auskunft oder einen eigenen Dienst sucht.
Google Maps, Apple Maps & Co.
Globale Kartendienste sind für viele Menschen der gewohnte Startpunkt jeder Wegplanung, und sie zeigen auch Verbindungen im öffentlichen Verkehr an. Möglich wird das, weil Google Maps und Apple Maps die offenen GTFS-Fahrplandaten einlesen, darunter die der Wiener Linien. So erscheinen österreichische ÖV-Verbindungen in derselben Oberfläche, in der man ohnehin Adressen sucht und Fußwege plant.
Die Stärke dieser Dienste liegt in der Vertrautheit und in der multimodalen Verknüpfung. Eine Route kann nahtlos einen Fußweg zur Haltestelle, die Fahrt mit Bahn oder Bus und den Restweg zu Fuß kombinieren, und das Kartenmaterial ist vielen Nutzern bereits geläufig. Für eine grobe Orientierung in einer unbekannten Stadt oder für die schnelle Frage, wie man von A nach B kommt, sind sie deshalb komfortabel.
Ihre Grenzen liegen bei der Echtzeit und der Abdeckung im Detail. Verlässliche Live-Minuten können die globalen Dienste nur dort anzeigen, wo offene Echtzeit-Feeds vorliegen. In Österreich ist das derzeit auf Wien und Linz beschränkt; außerhalb dieser beiden Gebiete bleiben die Angaben auf den Soll-Fahrplan begrenzt, auch wenn die Oberfläche dies nicht immer deutlich macht. Auch fehlen die betreiberspezifischen Funktionen: einen Ticketkauf oder eine offizielle Störungsmeldung leisten die Kartendienste nicht.
Hinzu kommt, dass die Aktualität der angezeigten Fahrpläne davon abhängt, wie häufig der jeweilige Dienst die offenen Daten neu einliest. Erscheint ein geänderter Fahrplan in den offenen Feeds, dauert es mitunter, bis er in der globalen Karte ankommt; in dieser Zwischenzeit können Soll-Zeiten abweichen. Die Betreiber-Apps sind hier näher an der Quelle. Für den verlässlichen Pendelalltag bleiben die Betreiber-Apps daher die genauere Wahl, während die globalen Karten ihre Stärke beim gelegentlichen, multimodalen Wegfinden und beim Zurechtfinden in einer fremden Stadt ausspielen.
Worauf bei einer ÖV-App zu achten ist
Welche App tatsächlich taugt, entscheidet sich an wenigen praktischen Eigenschaften. Vier Punkte lohnen einen prüfenden Blick, bevor man sich auf eine Anwendung verlässt:
- Echtzeit-Abdeckung. Zeigt die App im genutzten Gebiet echte Live-Minuten oder nur den Soll-Fahrplan? Außerhalb von Wien und Linz ist offene Echtzeit derzeit nicht verfügbar; die Betreiber-Apps greifen jedoch zusätzlich auf interne Systeme zu. Eine als „live“ beworbene Tafel ohne echte Datengrundlage führt in die Irre, sobald ein Fahrzeug verspätet ist.
- Ticketkauf. Lässt sich in der App direkt ein Ticket lösen, oder dient sie nur der Auskunft? Wer ohne separaten Automaten oder zweite App reisen will, achtet auf den integrierten Verkauf, den vor allem die Betreiber-Apps bieten.
- Offline-Tauglichkeit. Funktioniert die Fahrplanauskunft auch ohne durchgehende Datenverbindung, etwa im Tunnel oder am Land mit schwachem Empfang? Manche Apps halten den Soll-Fahrplan lokal vor und bleiben dadurch auch ohne Netz auskunftsfähig.
- Datensparsamkeit. Wie viel gibt die App über den eigenen Weg preis? Eine schlanke, quelloffene Lösung, die nur die nötigen Anfragen stellt, ist hier oft zurückhaltender als ein umfassendes kommerzielles Ökosystem. Wer Wert auf Datensparsamkeit legt, prüft die Datenschutzhinweise und bevorzugt im Zweifel quelloffene Werkzeuge.
Keine App erfüllt alle vier Punkte gleich gut. Welche Eigenschaft am stärksten wiegt, hängt vom eigenen Nutzungsmuster ab — für den einen ist der Ticketkauf entscheidend, für den anderen die Echtzeit oder die Datensparsamkeit.
Selbst etwas bauen
Wer mit dem vorhandenen Angebot nicht auskommt oder eine eigene Idee umsetzen möchte, muss nicht bei null anfangen. Alle vorgestellten Werkzeuge setzen auf denselben offenen Fahrplandaten auf, die frei zur Verfügung stehen. Ein eigener Abfahrtsmonitor, ein spezialisierter Routenplaner oder eine Analyse des Liniennetzes lassen sich damit ohne individuelle Verträge realisieren.
Der praktische Weg führt über einen Download der GTFS-Soll-Fahrpläne, das Einlesen in eine quelloffene Routing-Engine wie OpenTripPlanner und, wo offene Feeds existieren, die Ergänzung um Echtzeit. Schon mit überschaubarem Aufwand entsteht so ein eigener Dienst, der entweder einen bestehenden Bedarf genauer trifft als die fertigen Apps oder eine Lücke schließt, die kein Anbieter abdeckt.
Wichtig bleibt dabei der Umgang mit dem Datenstand: Soll-Fahrpläne ändern sich vor allem zum Fahrplanwechsel im Dezember, teils unterjährig, weshalb ein regelmäßiger Abgleich von Beginn an eingeplant gehört. Wer Echtzeit anbindet, sollte zudem im Blick behalten, dass offene Feeds nur für Wien und Linz vorliegen und eine landesweite Live-Tafel deshalb nicht aus offenen Daten allein entstehen kann. Welche Quellen es gibt, welche Lizenzbedingungen gelten und wie der Zugang im Detail funktioniert, beschreibt die Übersicht zu offene Verkehrsdaten. Sie ist der naheliegende nächste Schritt für alle, die vom Nutzen zum Bauen wechseln möchten.
Häufige Fragen
Welche App eignet sich für ganz Österreich?
ÖBB Scotty ist der offizielle österreichweite Routenplaner. Er bezieht die Fahrpläne aller Verkehrsbetreiber ein und berechnet durchgehende Verbindungen über Verbund- und Landesgrenzen hinweg, samt Echtzeitlage, wo sie vorliegt.
Was ist WienMobil?
WienMobil ist die integrierte App für den Wiener Stadtverkehr. Sie verbindet Fahrplanauskunft mit Ticketkauf, zeigt die Echtzeitlage der Wiener Linien und bindet Sharing-Angebote in die Routenplanung ein.
Wofür ist VOR AnachB gedacht?
AnachB ist die App des Verkehrsverbunds Ost-Region. Sie berechnet Tür-zu-Tür-Verbindungen für Wien, Niederösterreich und das Burgenland auf Basis des Verkehrsauskunftsdienstes Österreich und bezieht die Echtzeitlage ein.
Was ist OpenTripPlanner?
OpenTripPlanner ist ein quelloffener, multimodaler Routing-Server. Er nimmt GTFS-Fahrpläne und OpenStreetMap-Geodaten entgegen und berechnet daraus Verbindungen aus öffentlichem Verkehr, Fußwegen und Radfahren. Er eignet sich als Grundlage für einen eigenen Routenplaner.
Was ist Transitous?
Transitous ist ein gemeinschaftlich betriebener, freier GTFS-Aggregator mit einer quelloffenen Routing-Schnittstelle. Er sammelt offene Fahrplandaten vieler Länder, darunter österreichische Feeds, und erlaubt Verbindungsabfragen, ohne selbst Daten zu pflegen.
Was macht oeffimonitor?
oeffimonitor ist ein Abfahrtsmonitor des Wiener Metalab. Er zeigt die nächsten Abfahrten der Wiener Linien an nahegelegenen Stationen und nutzt dafür die offene Echtzeit der Wiener Linien. Der Code liegt offen und lässt sich selbst hosten.
Zeigen Google Maps und Apple Maps österreichische Öffis?
Ja. Beide Dienste lesen die offenen GTFS-Fahrplandaten ein, darunter die der Wiener Linien, und zeigen daher österreichische ÖV-Verbindungen an. Verlässliche Echtzeit liefern sie aber nur dort, wo offene Feeds existieren.
Wo gibt es echte Echtzeit in den Apps?
Offene Echtzeit-Feeds (GTFS-RT) liegen in Österreich derzeit nur für die Wiener Linien und die Linz AG vor. Außerhalb von Wien und Linz beruhen Live-Angaben in globalen Karten auf dem Soll-Fahrplan; die Betreiber-Apps greifen zusätzlich auf interne Systeme zu.
Kann ich mit einer App Tickets kaufen?
In den Betreiber-Apps wie WienMobil ja. Sie verbinden Auskunft mit Ticketkauf. Quelloffene Werkzeuge und globale Kartendienste dienen dagegen in der Regel nur der Fahrplanauskunft und dem Routing.
Welche App ist die beste?
Eine pauschal beste App gibt es nicht. Für feste Pendelstrecken eignet sich die regionale Betreiber-App, für österreichweite Reisen ÖBB Scotty, für eigene Dienste OpenTripPlanner oder Transitous und für eine schlanke Abfahrtstafel oeffimonitor.
Sind die quelloffenen Werkzeuge etwas für Endnutzer?
Teils. oeffimonitor lässt sich als fertige Abfahrtstafel nutzen, richtet sich aber an technisch interessierte Anwender. OpenTripPlanner und Transitous sind primär Entwicklerwerkzeuge zum Aufbau eigener Dienste, nicht für die tägliche Auskunft am Bahnsteig gedacht.
Funktionieren ÖV-Apps auch offline?
Das hängt von der App ab. Manche halten den Soll-Fahrplan lokal vor und bleiben ohne Datenverbindung auskunftsfähig. Echtzeitinformationen erfordern dagegen immer eine aktive Verbindung, weil sie laufend vom Feed abgerufen werden.
Auf welchen Daten beruhen all diese Apps?
Auf den offenen Fahrplandaten der österreichischen Verkehrsverbünde, der ÖBB und der Wiener Linien. Diese GTFS-Daten stehen frei zur Verfügung und bilden die gemeinsame Grundlage offizieller Apps, quelloffener Werkzeuge und globaler Kartendienste.
Kann ich einen eigenen Routenplaner bauen?
Ja. Mit den offenen GTFS-Daten und einer quelloffenen Routing-Engine wie OpenTripPlanner lässt sich ein eigener Verbindungsplaner aufsetzen. Für Live-Anzeigen ergänzt man GTFS-RT, wo offene Feeds existieren — derzeit Wien und Linz.
Brauche ich für jede Region eine eigene App?
Nicht zwingend. ÖBB Scotty deckt als landesweiter Planer ganz Österreich ab. Eine regionale App wie AnachB oder WienMobil lohnt sich zusätzlich vor allem dort, wo man regelmäßig fährt und Ticketkauf oder besonders genaue Echtzeit braucht.
Sind die Apps kostenlos?
Die Fahrplanauskunft und das Routing sind in den genannten Apps kostenlos nutzbar. Kosten entstehen erst beim Ticketkauf, also für die Fahrt selbst, nicht für die Auskunft. Die quelloffenen Werkzeuge sind ebenfalls frei verfügbar.
Wie die offene Echtzeit, die mehrere dieser Anwendungen erst möglich macht, technisch bereitsteht, beschreibt die Seite zu Wiener Linien Open Data. Einen verständlichen Überblick über Verbünde, Netze und Tarife insgesamt bietet die Übersicht zu dem ÖV in Österreich.