Offene Öffis
App-Projekte 2013 im Wartestand auf offene ÖV-Daten
Welche App-Projekte 2013 in Wien auf die Freigabe offener ÖV-Daten warteten.
App-Projekte 2013 im Wartestand auf offene ÖV-Daten
Im Jahr 2013 hatte sich rund um den öffentlichen Verkehr in Wien eine kleine Entwicklerszene gebildet, deren Arbeit an einer Voraussetzung hing: der Freigabe der Fahrplan- und Echtzeitdaten durch die Verkehrsunternehmen. Mehrere Anwendungen funktionierten bereits oder hätten sich mit wenig Aufwand erweitern lassen, sobald die nötigen Datensätze offen verfügbar wären. Viele dieser Projekte entstanden im Rahmen sogenannter CreateCamps, bei denen Programmiererinnen und Programmierer in kurzer Zeit Prototypen für mobile Mobilitätsdienste bauten.
Die Anwendungen im Überblick
Die folgenden Projekte standen damals bereit oder befanden sich in der Erprobung:
- ALLiSEARCH (Vincenz Leichtfried, Mobile Web) zeigte die Möglichkeiten urbaner Mobilität an einem Ort. Neben den Daten der Wiener Linien sollten auch die nächstgelegenen Citybike-Stationen, Taxistandplätze und verfügbaren Car2Go-Fahrzeuge dargestellt werden, um einen aktuellen Überblick über die Fortbewegungsmöglichkeiten in der Umgebung zu geben.
- Erreichbarkarte (Axel Gross) verfolgte das Ziel, öffentliche Verbindungen in Wien zu visualisieren. Eine farblich kodierte Karte sollte zeigen, welche Bereiche der Stadt von einem Startpunkt aus innerhalb von 15, 30 oder 45 Minuten erreichbar sind – etwa als Entscheidungshilfe bei der Wahl von Wohn- oder Arbeitsort.
- Fahrplan Österreich (htcMobileApplications, Android) ermöglichte die aktuelle Fahrplanabfrage für ganz Österreich, von Bus über Bahn und Bim bis zur U-Bahn. Der Abfahrtsort wurde automatisch erkannt; die App nutzte die Daten der Verbundlinien und funktionierte unter anderem für GVB, MVG, ÖBB und Wiener Linien.
- Ich muss los (Andreas Monitzer, iOS) war ein im Zuge der CreateCamps entstandener Prototyp für Echtzeit-Fahrplandaten. Er sollte ein alltägliches Problem lösen: rechtzeitig von einem Treffen aufzubrechen, wenn der Bus nur alle 15 Minuten fährt, um unnötige Wartezeiten an der Station zu vermeiden.
- UpDownVienna (Nico Grienauer und Sindre Wimberger, Web) entstand am CreateCamp als mobile HTML5-Web-App auf Grundlage der Echtzeit-Schnittstelle der Wiener Linien. Sie bot über jeden Browser einen einfachen mobilen Zugriff auf Aufzugsstörungen und -wartungen und stellte die wesentlichen Informationen in reduziertem Design dar.
- Wann (Patrick Wolowicz, iOS) zeigte ortsbezogen an, wann öffentliche Verkehrsmittel in der Nähe abfahren. Die App ermittelte den Standort und nannte die relevanten Abfahrten – inklusive Hinweis, ob man laufen muss oder gemütlich gehen kann. In Linz war sie bereits verfügbar.
- Willi (Sebastian Höbarth, Android) baute auf dem in Linz bereits von mehr als 30.000 Nutzern verwendeten Dienst Lilli auf. Als kostenloser Routenplaner für Android sollte Willi den aktuellen Fahrplan der Wiener Linien samt Abfahrtszeiten anzeigen und dabei Verspätungen und Störungen berücksichtigen. Start- und Zielort ließen sich als Haltestellen oder über die Straßenkarte eingeben; die Route wurde von Tür zu Tür inklusive aller Fußwege angezeigt.
Eine Szene, die auf Daten wartete
Auffällig ist die Bandbreite der Ansätze: von der Echtzeit-Abfahrtsanzeige über die Visualisierung von Erreichbarkeiten bis zur Überwachung von Aufzugsstörungen. Mehrere Anwendungen waren in Linz bereits im Einsatz und hätten sich auf Wien übertragen lassen – die Daten der Wiener Linien blieben dafür der entscheidende Baustein.
Das Schlaglicht von 2013 zeigt damit eine typische Situation jener Phase: Die technische Umsetzung war vielfach weiter als die Datenfreigabe. Anwendungen lagen fertig oder als Prototyp vor, ihr Nutzen hing jedoch davon ab, ob und wann die Verkehrsunternehmen ihre Fahrplan- und Echtzeitdaten öffentlich zugänglich machen würden.